Interessantes aus der Landwirtschaft|Bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand

26.07.10
Rubrik: News

Dürre im Osten- Überblick

Die anhaltende heiße Witterung, teilweise verbunden mit heißen Winden hat in Osteuropa und weiten Teilen Russland erheblichen Einfluss auf die Getreideernte.

In Russland wird vorerst keine neue Ernteprognose ausgesprochen – stattdessen ist die Anzahl der Gebiete, die bereits den Notstand ausgerufen haben, auf 23 angewachsen. Zwölf Prozent der Ernteflächen sind betroffen-vor allem die westlichen Regionen. Die Regierung hat inzwischen zugestimmt, ab August ca. 3 Mio. t Interventionsgetreide für Tierhalter bereitzustellen. Die Interventionsreserven aus den Jahren 2008/2009 betragen ca. 9,5 Mio. t. Aufgrund der Ausweitung der Schweine- und Geflügelmast ist der Bedarf an Futtergetreide in den letzten Jahren stark gewachsen.

Die bisherigen Prognosen, so bestätigte inzwischen auch das Landwirtschaftsministerium unter Jelena Skrynnik, sind nicht einzuhalten. Die erhofften 85 Mio. t Getreide werden wohl nicht erreicht werden, doch mit neueren Schätzungen wird sich momentan zurückgehalten. Private Analysten korrigierten die bisherigen Schätzungen um 10 Mio. t nach unten.

Zu größeren Exportplänen hat sich Russland in den letzten Tagen nicht mehr geäußert- obwohl sich Russland bis vor kurzem noch stark in Ägypten einsetzte. Russische Exporteure fürchten bei zu geringen Ernten um ihren Ruf als zuverlässige Lieferanten- doch auch ohne Kommentare der Regierung wird der Welthandel gegenüber Lieferverbindlichkeiten aus Russland sehr vorsichtig, denn eine sehr kurzfristige Steuerung des Agrarhandels über Zölle war bisher keine Seltenheit

 

Die Ukraine geht offen von einer Ernte von 42 Mio. t aus, ein Rückgang um 7 % zum Vorjahr, aber noch nicht unterdurchschnittlich im Ergebnis. Auch hier bemüht sich das Landwirtschaftsministerium, deutlich zu machen, dass die Zuverlässigkeit als Handelspartner in keiner Weise beeinträchtigt werden wird. Sorgenkinder sind, unterschiedet man verschiedenen Sorten, vor allem Weizen und Gerste- dort beträgt der Rückgang 15 % - ein gutes Ergebnis im Körnermais könnte die Gesamtbilanz aufwerten, doch die Vorhersagen sind bestenfalls schwierig.

Der siebtgrößte Anbieter am Weltmarkt 2009/2010, Kasachstan hat dieses Jahr sehr große Ernteeinbußen zu verzeichnen. Während im Vorjahr noch eine Rekordmenge von 19,6 Mio. t erzielt wurde, sind es den Schätzungen nach nur noch knapp 13,5 bis 14,5 Mio. t – fast ein Viertel der Ernte ist bisher vertrocknet.

Da die Ernten in den USA und Kanada reichlich bis normal erwartet werden, äußern sich Beobachter von dieser Seite des Weltmarkts verwundert bis skeptisch. Eine so starke Preissteigerung, wie im Moment zu verzeichnen sei übertrieben, da die erwarteten Mengen aus den USA die Weltmarktbilanz ausgleichen würden.